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Rattenmenschen.

Ratten überall.
Zu einer vernachlässigbaren Tageszahl nach dem Pfingstwochenende kamen sie hervor. Buddelten sich wie Maulwürfe aus Erdlöchern, krochen wie Schaben aus Mauern, sprangen wie Frösche aus Toilettenbecken, fielen wie tote Vögel von den Bäumen und rollten wie Murmeln aus alten Eisenbahnwaggons.

Das erste was sie taten, war sämtliche Seen zum Überlaufen zu bringen. Rattenbaden!
Fortan saubere Ratten waren von uns Menschen nicht mehr um die Ecke zu riechen.

Dann begannen sie sich aufzurichten. Mussten keine Löcher mehr knabbern, konnten Türklinken drücken. Im Schlaf fielen sie über unsere Kinder her. Die Erwachsenen konnten sich wehren. Die Kleinen unter ihnen nicht. Da gab es nur noch grosse Menschen. Und grosse Ratten.
Sie lasen unsere Bücher. Frassen unsere Liebesbriefe und Gedichte. Schissen auf unser Liedgut. Ratten übernahmen Radio- und Fernsehanstalten.

Menschen mussten rättisch lernen. Rättische Musik schallte aus dem Äther. Rättische Musik in den Clubs. Lautes, schrilles, nervtötendes Quietschen.
Ratten an der Macht. In Bordellen begannen sie sich mit Menschen zu kreuzen. Rättische Menschen! Rattenmenschen. In den Bahnen, an den Stränden, in den Kneipen und Geschäften. Sie vermehrten sich mit unglaublicher Geschwindigkeit.

Die Nahrung wurde knapp. Rattenmenschen assen nun Menschen. Machten Hatz auf uns. Jagten mit hohen Tönen und hoher Radioaktivität.
Es gibt nicht mehr viele Menschen. Die Wenigen leben versteckt und essen Dreck.

Categories: Living In Another World, Papercues.

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