Als überzeugter Nichtfussballfan habe ich von dem verstorbenen Torwart Robert Enke zum ersten Mal gehört, als er schon nicht mehr am Leben war. Doch von der Intensität des medialen Taumels (für den sich vor allem die hier richtig schämen sollten) waren wohl selbst Kenner der Materie überrascht bis unangenehm berührt.
Der Torwart und die Medien. (Burkhard Müller-Ullrich für den Deutschlandfunk)
“(…) schon der normale Medienalltag krankt an ungeheuren Disproportionalitäten zwischen Ereignis und Gewichtung (…). Manchmal aber kippt der öffentliche Diskurs in einen geistigen Nihilismus ab, der durchaus etwas Beängstigendes hat.”
Und da hört der Spass auf:
Über Enke und Werther. (Stefan Niggemeier)
“Selbstmord ist ansteckend. Berichterstattung über Suizide erhöht die Zahl der Suizide.”
Harter Break.
Ich sehe keinen Sinn mehr. (Zeit Online)
“Ein hochrangiger amerikanischer Diplomat hat seinen Dienst in Afghanistan quittiert. In einem Brief erklärte er seine Gründe.”
Die Überschrift sagt eigentlich schon alles.
Berlin im Jahr 1936 in Farbe. (You Tube-Film)
Ein Propagandafilm aus dem Jahr der Olympischen Spiele. Berlin wie aus einem schlechten Traum. Die gewohnten Orte sind Hakenkreuzbeflaggt (00:06 min), bekannte Bauten grenzen an nie zuvor gesehene Gebäude und neben Flanierenden wird marschiert (05:26 min).
Schnitt. Kinderfernsehen in der Krise?
Das tut fast weh. (Armin Maiwald von der “Sendung mit der Maus” im Interview mit der FR)
“Die Öffentlich-Rechtlichen sind bescheuert. Wenn sie die Kinder so schlecht bedienen, dann müssen sie sich nicht wundern, wenn sie sie später als Erwachsene verlieren.”
“(…) es ist tatsächlich so, dass die kommerziellen Interessen des Werbefernsehens den normalen Programminteressen entgegenstehen.”
Ki.Ka/RTL II erstaunt bis empört über Maus-Erfinder. (DWDL.de)
RTL II Strikes Back: “Der Erfolg gibt uns Recht.” Natürlich.
Zum Schluss eine erstaunliche Geschichte mit Happy End, wenn man so will:
By Bye Red! (Blogsprache.de – der erste Teil)
“Über Banken und ihre Geschäftspraktiken”, oder: Wie das Konto meiner Freundin gesperrt wurde.
Sparkasse 2.0 – Kommunikation par Excellence? (Blogsprache.de – der zweite Teil)
“Gegen 17:00 Uhr erschien heute die betroffene Angestellte und der Marktbezirksleiter (…) der Sparkasse (…) persönlich vor unserer Haustür und entschuldigten sich ausdrücklich und engagiert.”

